Dienstag, 9. Juni 2009

L.A. : Kamerasogblick

In San Francisco gibt man sich nicht nur sondern man ist ziemlich unbekümmert gegenüber der gesamten Filmindustrie und der typisch urbanen L.A. Gesellschaft, die Hollywood geformt hat.

Die typisch urbane L.A. Gesellschaftist sicherlich ein komplexes Gebilde, das keiner unterschätzen darf.

Doch wenn sich jemand von L.A. in San Francisco bewegt, fällt erst mal die außerordentliche Arroganz auf. Dann der starre Blick einer unbeweglichen Maske und der ganz unheimliche Sog, der von dieser konzentrierten Ausdruckslosigkeit ausgeht.

Der Kamerasogblick also, der nicht mit dem Menschen gegenüber kommuniziert, sondern in das Objektiv hinein und und dann durch das Objektiv hinweg, über das Zelluloid und den Cutter hinaus beamt und erhoffte Abermillionen an sich saugt.

Ein komplexer, transzendenter Vorgang.

Dieser Kamerasogblick wird von der allgemeinen L.A. Bevölkerung nun schon sehr lange in bewundernder Nachahmung und dem instinktiven Verständnis seiner innewohnenden potenziellen Macht ausgeübt.

Jeder dort versteht diesen “Code”. Jeder der ihn nicht praktiziert, fällt auf, kriegt das umgehend deutlich zu spüren und wird so selbst ein betont ausdrucksloser Sogblicker.

In San Francisco hingegen fällt jeder, der das praktiziert unangenehm auf. Merkt es aber garantiert niemals.

Heidi 2.0 meint:
Wenn ich über die Ferne der Alpen hinweg blicke, in die Unendlichkeit, da wo kein Mensch weilt und schon gar keine Abermillionen, dann bin ich froh. Sehr froh.